Komitate in Ungarn (vármegyék): Definition, Aufgaben, Struktur, Unterschiede & Liste aller 19 Komitate
Komitate sind die zentralen administrativen Verwaltungsbezirke Ungarns (ungarisch: vármegye, Plural: vármegyék).
Ungarn ist heute in 19 Komitate sowie die Hauptstadt Budapest als eigene Verwaltungseinheit gegliedert.
Wer schnell den Überblick sucht, findet ihn in der Komitate-Übersicht mit Orientierung nach Regionen.
Was ist ein Komitat?
Ein Komitat ist eine erste Verwaltungsebene innerhalb des ungarischen Staatsaufbaus. In der heutigen Form besteht diese Gliederung seit der Verwaltungsreform von 1950.
Seit dem 1. Januar 2023 lautet die offizielle Bezeichnung wieder vármegye (zuvor war megye die gängige Amtsbezeichnung).
Der deutsche Begriff Komitat hängt historisch mit dem lateinischen comitatus zusammen (im Sinne eines Amts- bzw. Herrschaftsbezirks).
In Ungarn verweist vármegye wörtlich auf „Burg-Komitat“ (vár = Burg) und spiegelt die historische Entstehung rund um Burgzentren wider.
formatiert
Welche Arten bzw. Untergliederungen gibt es?
In Ungarn gibt es:
- 19 Komitate (vármegyék)
- Budapest als eigene Verwaltungseinheit auf gleicher Ebene
- Bezirke (járások) als Untergliederung der Komitate
- 23 Stadtbezirke (kerületek) innerhalb von Budapest
- 25 Städte mit Komitatsrecht (megyei jogú város), die erweiterte Kompetenzen besitzen, aber keine eigenständigen Komitate sind
Wenn dich besonders die westlichen Regionen interessieren, lies weiter in
Westungarn/Transdanubien: Leben, Regionen und Orientierung
oder vertiefe das Thema für den Ruhestand unter
Transdanubien in Ungarn: Auswandern als Rentner.
Welche Aufgaben haben Komitate?
Komitate sind keine Bundesländer mit eigener Gesetzgebung. Ihre Aufgaben sind vor allem administrativ, koordinierend und planungsbezogen.
Grundlage ist insbesondere das ungarische Kommunalrecht (u. a. das Gesetz über die lokalen Selbstverwaltungen, 2011/CLXXXIX).
Typische Aufgabenfelder sind:
- Regionale Entwicklungs- und Raumplanung (Koordination und strategische Planung auf Gebietsebene)
- Koordination öffentlicher Dienste und bestimmter Einrichtungen auf Komitatsebene (je nach Zuständigkeit und Rechtslage)
- Verwaltungskoordination zwischen Gemeinden/Städten, Bezirken (járások) und staatlichen Stellen
- Wahlorganisation bzw. Abwicklung bestimmter administrativer Prozesse (im Rahmen des nationalen Systems)
Wie unterscheidet sich ein Komitat von ähnlichen Begriffen?
Komitat vs. Bezirk (járás)
Ein Komitat ist die erste Ebene. Ein Bezirk (járás) ist eine Untergliederung des Komitats und dient der regionalen Verwaltung in kleineren Einheiten.
Komitat vs. „Stadt mit Komitatsrecht“ (megyei jogú város)
Eine Stadt mit Komitatsrecht hat erweiterte Kompetenzen, bleibt aber territorial Teil eines Komitats und bildet in der Regel keine eigenständige Gebietseinheit.
Seit Mai 2022 gibt es 25 solcher Städte.
Komitat vs. Region (z. B. Transdanubien)
Begriffe wie Transdanubien (Dunántúl) werden oft als Regionen genutzt (kulturell/geografisch), sind aber nicht automatisch deckungsgleich mit einer einzelnen Verwaltungseinheit.
Für praktische Orientierung ist die regionale Einordnung trotzdem hilfreich – etwa für
Südtransdanubien: Wohnen, Alltag und Auswandern.
Wie sieht die Verwaltungsstruktur aus?
Vereinfacht lässt sich die Struktur so lesen:
- Staat Ungarn
- → Komitate (vármegyék) und Budapest
- → Bezirke (járások) / in Budapest: Stadtbezirke (kerületek)
- → Gemeinden und Städte
Die 19 Komitate Ungarns mit Komitatssitz (megyeszékhely)
Jedes Komitat hat einen Komitatssitz (megyeszékhely) als Verwaltungszentrum.
Für eine schnelle Einordnung nach Regionen hilft die Übersichtsseite zu Ungarns Komitaten.
| Komitat (vármegye) | Komitatssitz (megyeszékhely) |
|---|---|
| Bács-Kiskun | Kecskemét |
| Baranya | Pécs |
| Békés | Békéscsaba |
| Borsod-Abaúj-Zemplén | Miskolc |
| Csongrád-Csanád | Szeged |
| Fejér | Székesfehérvár |
| Győr-Moson-Sopron | Győr |
| Hajdú-Bihar | Debrecen |
| Heves | Eger |
| Jász-Nagykun-Szolnok | Szolnok |
| Komárom-Esztergom | Tatabánya |
| Nógrád | Salgótarján |
| Pest | Budapest (Verwaltungssitz) |
| Somogy | Kaposvár |
| Szabolcs-Szatmár-Bereg | Nyíregyháza |
| Tolna | Szekszárd |
| Vas | Szombathely |
| Veszprém | Veszprém |
| Zala | Zalaegerszeg |
Wenn du konkret Westungarn planst, ist oft ein Blick in das Komitat Vas in Westungarn hilfreich – und bei Zala findest du hier eine eigene Vertiefung:Zala: Auswandern, Regionen und Alltag.
Wie hat sich das System historisch entwickelt?
Die Komitate gehen historisch bis in die Frühzeit des ungarischen Staates zurück und waren eng mit Burg- und Verwaltungszentren verbunden.
In der heutigen Form wurden die Grenzen und die Struktur im 20. Jahrhundert neu geordnet; die 1950er Verwaltungsreform legte die 19-Komitate-Struktur im Kern fest.
Die neuere Entwicklung ist besonders wichtig für Begriffe:
Durch die 11. Änderung des ungarischen Grundgesetzes (2022) wurde festgelegt, dass die offizielle Bezeichnung ab 1. Januar 2023 wieder vármegye lautet.
Rechtliche Grundlagen (belegbar)
Die heutige kommunale und regionale Selbstverwaltung beruht auf dem ungarischen Rechtsrahmen, insbesondere dem
Gesetz CLXXXIX von 2011 über die lokalen Selbstverwaltungen Ungarns (häufig als „Mötv.“ bezeichnet).
Die Rückkehr zur Bezeichnung vármegye ab 2023 ist auf verfassungsrechtlicher Ebene dokumentiert.
Welche praktische Relevanz haben Komitate heute?
Für Menschen, die in Ungarn leben oder auswandern möchten, tauchen Komitate im Alltag ständig auf – etwa bei Zuständigkeiten von Behörden, regionaler Planung, öffentlichen Einrichtungen und statistischen/administrativen Einordnungen.
Gerade bei Standortentscheidungen hilft es, erst die Region (z. B. Transdanubien) und dann das konkrete Komitat zu betrachten.
Wenn du die Perspektive Ruhestand im Blick hast, kann dir auch dieser externe Überblick helfen:
als Rentner nach Ungarn auswandern.
Regionale Besonderheiten: Warum die Komitate bei der Planung wirklich helfen
Komitate sind nicht nur Verwaltungsgrenzen – sie bilden oft auch praktische „Orientierungsräume“ für Infrastruktur, Arbeitswege, Schulen, Kliniken oder regionale Entwicklungsprojekte.
Besonders in Westungarn (Transdanubien) spielt die Lage an Grenzen und Verkehrsachsen eine große Rolle – dazu passt diese Einordnung zu Westungarn/Transdanubien.
In Südtransdanubien wiederum sind andere Faktoren (z. B. Siedlungsstruktur, regionale Zentren) entscheidender – eine gute Einstiegshilfe ist Südtransdanubien im Überblick.
FAQ: Häufige Fragen zu Komitaten in Ungarn
Wie viele Komitate hat Ungarn?
Ungarn hat 19 Komitate; zusätzlich wird Budapest als eigene Verwaltungseinheit auf derselben Ebene geführt.
Warum heißt es heute wieder „vármegye“?
Die Rückkehr zur Amtsbezeichnung vármegye gilt offiziell seit 1. Januar 2023 und ist verfassungsrechtlich dokumentiert.
Ist Budapest ein Komitat?
Budapest hat einen Sonderstatus und wird auf derselben Verwaltungsebene wie ein Komitat behandelt, ist aber als Hauptstadt in 23 Bezirke gegliedert.
Was sind „Städte mit Komitatsrecht“?
Das sind Städte mit erweiterten Kompetenzen (megyei jogú város). Sie sind keine eigenen Komitate,
aber besitzen eine Stellung, die in manchen Bereichen „komitatsähnlich“ wirkt. Seit 1. Mai 2022 gibt es 25 solcher Städte.
Wo finde ich eine schnelle Übersicht nach Regionen?
Eine kompakte Orientierung bietet die
Komitate-Übersicht.
Alle Angaben trotz sorgfältiger Recherche ohne Gewähr.